FragFina Research

FragFina Nettopolicen-Kostenindex 2026

Wie sich die ausgewiesenen Effektivkosten fondsgebundener Nettopolicen seit 2023 entwickelt haben

Die ausgewiesenen Effektivkosten fondsgebundener Nettopolicen zeigen seit 2023 keinen generellen Abwärtstrend. Der Median der konstanten Vergleichsgruppe liegt 2026 mit 0,45 Prozent nahezu auf dem Niveau von 2023. Hinter dem stabilen Marktwert stehen jedoch deutlich unterschiedliche Entwicklungen einzelner Anbieter.

September 2026· FragFina Research ·Autor: Benjamin de Groot
9Anbieter im konstanten Panel
4Erhebungsjahre
0,45 %Median Effektivkosten 2026
97,8Kostenindex 2026

Die wichtigsten Ergebnisse

Die ausgewiesenen Effektivkosten fondsgebundener Nettopolicen haben sich im typischen Marktsegment zwischen 2023 und 2026 nur geringfügig verändert. Der Median der konstanten Vergleichsgruppe von neun Anbietern liegt 2023 bei 0,46 Prozent und 2026 bei 0,45 Prozent.

Der daraus abgeleitete FragFina Nettopolicen-Kostenindex startet 2023 mit einem Basiswert von 100,0. 2024 steigt er zwischenzeitlich auf 104,3, bevor er 2025 auf 97,8 fällt. 2026 bleibt der Index mit 97,8 unverändert.

Hinter dieser Stabilität stehen unterschiedliche Entwicklungen einzelner Anbieter. Im Vergleich von 2023 zu 2026 weisen drei Gesellschaften niedrigere Effektivkosten aus, bei drei bleiben die Werte unverändert und bei drei liegen sie höher.

Gleichzeitig bleibt die Spannweite zwischen den einzelnen Tarifen erheblich. In der vollständigen Marktstichprobe 2026 reichen die ausgewiesenen Effektivkosten von 0,22 bis 0,67 Prozent.

Für die Interpretation ist zu berücksichtigen, dass bei einigen Versicherern nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend in die ausgewiesenen Effektivkosten einfließen. Effektivkosten sind deshalb eine wichtige Vergleichskennzahl, sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden.

Grafik 1

Nettopolicen-Kostenindex seit 2023 nahezu stabil

Entwicklung des Medians der ausgewiesenen Effektivkosten im konstanten Anbieterpanel · Basisjahr 2023 = 100.

Entwicklung des FragFina Nettopolicen-Kostenindex von 2023 bis 2026
Quelle: FragFina Research. Eigene Auswertung der FragFina Nettopolicen-Tests 2023–2026.

Warum Effektivkosten bei Rentenversicherungen relevant sind

Kosten reduzieren bei langfristigen Altersvorsorgeverträgen die Rendite, die beim Kunden ankommt. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen entstehen Kosten auf unterschiedlichen Ebenen – unter anderem für Verwaltung, Vertragsführung und gegebenenfalls weitere tarifabhängige Leistungen.

Um die Belastung eines Vertrags vergleichbarer zu machen, weisen Versicherer sogenannte Effektivkosten aus. Sie sollen darstellen, um wie viele Prozentpunkte pro Jahr die angenommene Rendite eines Vertrags durch die Kosten reduziert wird.

Haben sich die ausgewiesenen Effektivkosten von Nettopolicen seit 2023 systematisch verändert – oder bleibt das Kostenniveau im Markt weitgehend stabil?

Datengrundlage und Untersuchungsdesign

Der FragFina Nettopolicen-Kostenindex 2026 basiert auf den Nettopolicen-Tests der Jahre 2023, 2024, 2025 und 2026.

Für die jährlichen Tests wurden fondsgebundene private Rentenversicherungen als Nettotarife anhand eines standardisierten Modellfalls untersucht.

ProduktFondsgebundene Nettopolice
Vertragslaufzeit37 Jahre
Monatsbeitrag100 Euro*
BeitragsgarantieKeine
VergleichskennzahlEffektivkosten
IndexbasisMedian 2023 = 100

* Bei MyLife wurde aufgrund des tariflichen Mindestbeitrags ein Monatsbeitrag von 150 Euro verwendet.

Für den Kostenvergleich wurden die Kosten der gewählten Geldanlage aus den ausgewiesenen Effektivkosten herausgerechnet. Dadurch soll möglichst die Kostenbelastung des Versicherungsvertrags betrachtet werden.

Konstante Vergleichsgruppe

Neun Anbieter sind über alle vier Jahre vergleichbar

Da sich die Zusammensetzung der getesteten Anbieter im Beobachtungszeitraum verändert hat, werden Aussagen über die Kostenentwicklung primär auf Basis einer konstanten Vergleichsgruppe getroffen.

Alte Leipziger; Continentale; Die Bayerische; ERGO; LV 1871; Münchener Verein; MyLife; PrismaLife; Volkswohl Bund

Warum wir den Median verwenden

Der Kostenindex basiert auf dem Median der konstanten Vergleichsgruppe. Damit wird verhindert, dass einzelne besonders hohe oder niedrige Werte die Entwicklung des typischen Marktniveaus überproportional beeinflussen.

Kostenindex = Median Effektivkosten des Jahres ÷ Median 2023 × 100
Besonderheit bei der Interpretation von Effektivkosten

Bei einigen Versicherern werden nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend in den ausgewiesenen Effektivkosten berücksichtigt. Dadurch können die ausgewiesenen Werte niedriger ausfallen als bei Tarifen, bei denen Überschüsse auf andere Weise berücksichtigt werden.

Das typische Kostenniveau hat sich kaum verändert

Der Median der ausgewiesenen Effektivkosten lag 2023 bei 0,46 Prozent.

2024 stieg der Wert zwischenzeitlich auf 0,48 Prozent. Im Jahr 2025 sank er auf 0,45 Prozent und blieb 2026 auf diesem Niveau.

Jahr Median Effektivkosten Kostenindex
2023 0,46 % 100,0
2024 0,48 % 104,3
2025 0,45 % 97,8
2026 0,45 % 97,8
Zwischen 2023 und 2026 sinkt der Median der ausgewiesenen Effektivkosten lediglich um 0,01 Prozentpunkte.

Die Daten zeigen damit keinen generellen Preisverfall bei Nettopolicen. Das typische Kostenniveau des konstanten Anbieterpanels bleibt über den gesamten Beobachtungszeitraum vergleichsweise stabil.

Grafik 2

Median der Effektivkosten bewegt sich nur in enger Bandbreite

Ausgewiesene Effektivkosten der konstanten Vergleichsgruppe von 2023 bis 2026.

Median der ausgewiesenen Effektivkosten von Nettopolicen 2023 bis 2026
Quelle: FragFina Research. Dargestellt sind die ausgewiesenen, um Geldanlagekosten bereinigten Effektivkosten.

Hinter dem stabilen Median stehen unterschiedliche Entwicklungen

Der weitgehend unveränderte Median bedeutet nicht, dass sich die Effektivkosten aller untersuchten Tarife gleich entwickelt haben.

Im Vergleich zwischen 2023 und 2026 ergibt sich innerhalb der konstanten Vergleichsgruppe ein nahezu symmetrisches Bild:

3niedrigere Effektivkosten
3unveränderte Effektivkosten
3höhere Effektivkosten

Von einem flächendeckenden Rückgang der Effektivkosten kann deshalb nicht gesprochen werden.

Grafik 3

Drei Tarife günstiger, drei unverändert, drei höher

Vergleich der ausgewiesenen Effektivkosten 2023 gegenüber 2026 im konstanten Anbieterpanel.

Anzahl der Anbieter mit gesunkenen, unveränderten und gestiegenen Effektivkosten zwischen 2023 und 2026
Quelle: FragFina Research. Bei mit Sternchen gekennzeichneten Anbietern werden 2026 nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend berücksichtigt.

Die einzelnen Tarife entwickeln sich unterschiedlich

Anbieter 2023 2026 Veränderung
Die Bayerische 0,48 % 0,22 %* −0,26 PP
Münchener Verein 0,46 % 0,42 %* −0,04 PP
PrismaLife 0,65 % 0,62 % −0,03 PP
Alte Leipziger 0,45 % 0,45 % 0,00 PP
Continentale 0,31 % 0,31 %* 0,00 PP
ERGO 0,51 % 0,51 % 0,00 PP
MyLife 0,63 % 0,66 % +0,03 PP
LV 1871 0,31 % 0,35 % +0,04 PP
Volkswohl Bund 0,39 % 0,53 % +0,14 PP

* Bei diesen 2026er Werten werden nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend in den ausgewiesenen Effektivkosten berücksichtigt.

Veränderungen nicht automatisch als reine Kostensenkung interpretieren

Besonders deutliche Veränderungen können teilweise auch durch die Art entstehen, wie Überschüsse im Effektivkostenausweis berücksichtigt werden. Ein niedrigerer ausgewiesener Wert bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sämtliche zugrunde liegenden Vertragskosten im gleichen Umfang gesunken sind.

Grafik 4

Wie sich die ausgewiesenen Effektivkosten je Anbieter verändert haben

Vergleich 2023 und 2026 in der konstanten Vergleichsgruppe.

Veränderung der Effektivkosten einzelner Nettopolicen-Anbieter von 2023 bis 2026
Quelle: FragFina Research. Veränderungen in Prozentpunkten. Sternchen kennzeichnen 2026er Werte mit kostensenkend berücksichtigten nicht garantierten Kostenüberschüssen.

Die Spannweite zwischen den Tarifen bleibt groß

Für den aktuellen Marktvergleich wird die vollständige Stichprobe des Nettopolicen-Tests 2026 mit elf untersuchten Gesellschaften betrachtet.

Anbieter Effektivkosten 2026
Die Bayerische 0,22 %*
AXA 0,25 %*
Continentale 0,31 %*
LV 1871 0,35 %
Münchener Verein 0,42 %*
Alte Leipziger 0,45 %
ERGO 0,51 %
Volkswohl Bund 0,53 %
PrismaLife 0,62 %
MyLife 0,66 %
Swiss Life 0,67 %

Der Median der vollständigen Marktstichprobe liegt 2026 bei 0,45 Prozent.

Zwischen dem niedrigsten und höchsten ausgewiesenen Wert liegt eine Spanne von 0,45 Prozentpunkten.

Die ausgewiesenen Effektivkosten reichen 2026 von 0,22 bis 0,67 Prozent.

* Bei diesen Anbietern werden nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend in den ausgewiesenen Effektivkosten berücksichtigt.

Grafik 5

Ausgewiesene Effektivkosten 2026 nach Anbieter

Vollständige Marktstichprobe 2026, sortiert vom niedrigsten zum höchsten ausgewiesenen Wert.

Ausgewiesene Effektivkosten von elf Nettopolicen-Anbietern im Jahr 2026
Quelle: FragFina Research. Sternchen kennzeichnen Anbieter, bei denen nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend berücksichtigt werden.

Der Median bleibt stabil – die Spannweite schwankt

Die Betrachtung von Minimum, Median und Maximum zeigt, dass sich das mittlere Kostenniveau nur wenig verändert, während die Spannweite zwischen den einzelnen Tarifen von Jahr zu Jahr deutlich schwankt.

Jahr Minimum Median Maximum
2023 0,31 % 0,46 % 0,65 %
2024 0,31 % 0,48 % 0,91 %
2025 0,31 % 0,45 % 0,65 %
2026 0,22 % 0,45 % 0,66 %

Besonders 2024 fällt durch eine deutlich größere Spannweite auf. Ursache ist vor allem der damalige Höchstwert von 0,91 Prozent innerhalb der konstanten Vergleichsgruppe.

Grafik 6

Median bleibt stabil, Spannweite schwankt

Minimum, Median und Maximum der ausgewiesenen Effektivkosten im konstanten Anbieterpanel.

Minimum Median und Maximum der Effektivkosten von Nettopolicen zwischen 2023 und 2026
Quelle: FragFina Research. Eigene Auswertung der FragFina Nettopolicen-Tests 2023–2026.

Effektivkosten sind wichtig – aber nicht die einzige Kennzahl

Effektivkosten ermöglichen einen vergleichsweise einfachen Blick auf die Kostenbelastung eines langfristigen Altersvorsorgevertrags.

Für eine vollständige Tarifbewertung sollten sie jedoch nicht isoliert betrachtet werden.

Berechnungsmethodik Wie werden Überschüsse und weitere Kalkulationsannahmen berücksichtigt?
Kapitalanlage Welche Fonds und ETFs stehen für die langfristige Anlage zur Verfügung?
Flexibilität Welche Möglichkeiten bestehen für Änderungen während der Vertragslaufzeit?
Verrentung Welche aktuellen und garantierten Rentenfaktoren gelten?

Der Nettopolicen-Kostenindex untersucht deshalb bewusst die Entwicklung einer einzelnen, zentralen Kostenkennzahl und stellt kein Produktranking dar.

Kein genereller Preisverfall bei Nettopolicen

Die ausgewiesenen Effektivkosten fondsgebundener Nettopolicen liegen 2026 im typischen Marktsegment nahezu auf dem Niveau von 2023.

Der Median der konstanten Vergleichsgruppe sinkt innerhalb von drei Jahren lediglich von 0,46 auf 0,45 Prozent. Der Nettopolicen-Kostenindex liegt damit 2026 bei 97,8 Punkten nach 100 Punkten im Basisjahr 2023.

Gleichzeitig zeigen die einzelnen Anbieter keine einheitliche Entwicklung. Drei Tarife weisen 2026 niedrigere, drei identische und drei höhere Effektivkosten als 2023 aus.

Die Daten sprechen damit weniger für einen generellen Kostensenkungstrend als für ein weitgehend stabiles Marktniveau mit unterschiedlichen Entwicklungen einzelner Anbieter.

Die Spannweite zwischen den Tarifen bleibt dennoch erheblich. Im Jahr 2026 liegen die ausgewiesenen Effektivkosten der vollständigen Marktstichprobe zwischen 0,22 und 0,67 Prozent.

Wie sich das Kostenniveau in den kommenden Jahren entwickelt, soll der FragFina Nettopolicen-Kostenindex künftig jährlich dokumentieren.

Was der Kostenindex zeigt – und was nicht

Der Nettopolicen-Kostenindex untersucht die Entwicklung der ausgewiesenen Effektivkosten standardisierter Modellfälle. Er stellt keine Aussage über die individuell tatsächlich entstehenden Kosten jedes Vertrags dar.

Die ausgewiesenen Effektivkosten können durch Kalkulationsannahmen, Überschüsse und die konkrete Berechnungsmethodik des jeweiligen Versicherers beeinflusst werden.

Besonders bei Tarifen, bei denen nicht garantierte Kostenüberschüsse kostensenkend eingerechnet werden, sollte der ausgewiesene Effektivkostenwert entsprechend eingeordnet werden.

Die Analyse zeigt deshalb, wie sich die in den jeweiligen Modellberechnungen ausgewiesenen Effektivkosten im untersuchten Markt entwickelt haben.

Autor Benjamin de Groot

FragFina Research

Datengrundlage der Untersuchung

Die ausgewerteten Effektivkosten stammen aus den jährlichen FragFina Nettopolicen-Tests. Für den Kostenindex wurden die dort erhobenen Daten der Jahre 2023 bis 2026 zusammengeführt und über die Zeit ausgewertet. Die Ausgangsdaten stammen aus den Angeboten der der Versicherer

Für Medien & Fachredaktionen

Verwendung von Daten und Grafiken

Ergebnisse und Grafiken aus dem FragFina Nettopolicen-Kostenindex 2026 können für redaktionelle Berichterstattung unter Angabe der Quelle „FragFina Research – Nettopolicen-Kostenindex 2026“ verwendet werden.

Für Rückfragen zur Methodik, zusätzliche Daten oder fachliche Einordnungen stehen wir Redaktionen gerne zur Verfügung.

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