Ratgeber betriebliche Altersvorsorge 2020


Alles rund um die betriebliche Altersvorsorge einfach und verständlich erklärt
 
 

 
 
Wer im Alter seinen Lebensstandard nicht drastisch reduzieren möchte, kommt um den privaten Vermögensaufbau nicht herum. Eine von vielen Möglichkeiten des Vermögensaufbaus, ist die betriebliche Altersvorsorge.

Hier hat man die Möglichkeit seinen Arbeitgeber beim Vermögensaufbau mit ins Boot zu hohlen und von Steuer- und Sozialversicherungsersparnissen zu profitieren. Wie das genau funktioniert, was es zu beachten gibt und was die Vor- und Nachteile der bAV sind, erfährst du in diesem Ratgeber.

Benjamin de Groot

Finanzexperte


Aktualisiert am: 02.04.2020
 


Das wichtigste in Kürze:

Bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) handelt es sich um eine Altersvorsorge aus der 2. Schicht, mit der sich Geld fürs Alter ansparen lässt. Die bAV zeichnet sich dabei vor allem durch den Zuschuss durch den Arbeitgeber aus und die Möglichkeit Beiträge steuer- und sozialabgabenfrei umzuwandeln.

  • Die Beiträge für die bAV werden vom Bruttogehalt abgezogen. Somit reduzieren sich die zu zahlenden Steuern und Sozialabgaben.
  • Für alle Verträge seit 2019 gibt es einen Pflichtzuschuss vom Arbeitgeber in Höhe von 15%. Ab 2022 auch für alle Alttarife
  • In der Auszahlungsphase müssen Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Rente aus der bAV gezahlt werden.

Was ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

Unter dem Begriff betriebliche Altersvorsorge (kurz bAV oder auch Betriebsrente genannt) versteht man den Vermögensaufbau fürs Alter, der über den Arbeitgeber läuft. Dabei gibt es die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber die bAV komplett finanziert oder ein Teil vom Arbeitnehmer und ein Teil vom Arbeitgeber gezahlt wird. Wie das genau funktioniert, schauen wir uns im folgenden an.

Wichtig zu wissen ist, dass jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge hat, konkret auf eine so genannte Entgeltumwandlung.

Die Umsetzung kann dabei über verschieden Durchführungswege geschehen. In diesem Ratgeber fokussieren wir uns aber ausschließlich auf die am häufigsten genutzte Variante, und zwar die der Direktversicherung.

Was ist eine Direktversicherung?

Die Direktversicherung ist der am häufigsten genutzte Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge und funktioniert, folgender maßen.

Der Arbeitgeber schließt eine Rentenversicherung für den Arbeitnehmer ab. Dabei ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer die versicherte Person. Das bedeutet, dass die Beiträge vom Arbeitgeber zu entrichten sind, die Leistungen aber der Arbeitnehmer erhält.

Was ist eine Entgeltumwandlung?

Eine Entgeltumwandlung ist eine Gehaltsumwandlung, bei der ein bestimmter Betrag vom Einkommen genommen wird um eine Zusatzrente in Form einer betrieblichen Altersvorsorge aufzubauen.

Dieser Betrag wird direkt vom Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers entnommen und vom Arbeitgeber in beispielsweise eine Direktversicherung eingezahlt. Jeder Angestellte hat ein Anrecht auf eine Entgeltumwandlung.

Was sind die Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge?

 
 Die betriebliche Altersvorsorge hat verschiedene Vorteile. Die folgenden drei Punkte sind dabei  die wichtigsten:

  • Zuschuss vom Arbeitgeber
  • Steuerfreie Umwandlung von Beiträgen
  • Sozialaversicherungsabgabenfreie Umwandlung von Beiträgen
 
 
 
 

Zuschuss vom Arbeitgeber

Ein großer Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge sind die Zuschüsse vom Arbeitgeber. Der Arbeitgeber ist seit 2019 dazu verpflichtet, mindestens 15% Zuschuss zum selber eingezahlten Beitrag beizusteuern. D.h. wenn man 100€ spart muss der Arbeitgeber mindestens 15€ dazu zahlen. Ältere Verträge müssen ab 2022 verpflichtend bezuschusst werden.

Diese 15% sind aber nur das unterste Level. Wenn der Arbeitgeber möchte, kann er auch mehr als 15% Zuschuss geben. Im besten Fall übernimmt der Arbeitgeber sogar den gesamten Beitrag für die betriebliche Altersvorsorge.

Wie hoch der genaue Zuschuss ist, ist üblicherweise in der sogenannten Versorgungsordnung geregelt.
Als Arbeitnehmer hat man für Verträge seit 2019 in jedem Fall einen Anspruch von 15% Zuschuss auf den selber umgewandelten Betrag. Für ältere Verträge gilt dies ab 2022.

Steuerfreie Beiträge

Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge sind bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei. Das bedeutet, dass die Beiträge direkt vom Bruttoeinkommen entnommen werden und somit auf diesen Teil keine Steuern gezahlt werden müssen (siehe dafür auch die Beispielrechnung).

Der Höchstbeitrag, der steuerfrei umgewandelt werden kann liegt bei maximal 8% der Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Diese liegt aktuell bei 82.800€ pro Jahr. Somit können aktuell 6624€ pro Jahr bzw. 552€ pro Monat steuerfrei eingezahlt werden.
Aktuell können monatlich maximal 552€ per Entgeltumwandlung steuerfrei in eine betriebliche Altersvorsorge investiert werden.

Sozialversicherungsfreie Beiträge

Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge sind bis zu einer bestimmten Höhe sozialversicherungsfrei. Das bedeutet, dass die Beiträge direkt vom Bruttoeinkommen entnommen werden und somit auf diesen Teil keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen (siehe dafür auch die Beispielrechnung).

Der Höchstbeitrag, der sozialversicherungsfrei umgewandelt werden kann liegt bei maximal 4% der Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Diese liegt aktuell bei 82.800€ pro Jahr. Somit können aktuell 3312€ pro Jahr bzw. 276€ pro Monat steuerfrei eingezahlt werden.
Aktuell können monatlich maximal 276€ per Entgeltumwandlung sozialversicherungsfrei in eine betriebliche Altersvorsorge investiert werden.

Beispielrechnung

Damit man sich die bisherigen Infos etwas besser vorstellen kann, haben wir das Ganze einmal an einem Beispiel verdeutlicht. Dabei haben wir folgende Rahmenparameter zu Grunde gelegt: Es werden 100€ per Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung eingezahlt. Dazu kommen die 15% Pflichtanteil (konkret 15€) vom Arbeitgeber. Der Angestellte verdient 3.500€ brutto monatlich, ist in der Steuerklasse 1 und gesetzlich krankenversichert mit einem Zusatzbeitrag von 1,1%.
 
ohne bAV mit bAV
Bruttogehalt 3500€ 3515€
Entgeltumwandlung inklusive Arbeitgeberzuschuss 115€
Bruttogehalt neu 3500€ 3400€
Steuern 612,28€ 581,83€
Lohnsteuer 534,75€ 508,16€
Solidaritätszuschlag 29,41 27,94€
Kirchensteuer 48,12€ 45,73€
Sozialversicherungsbeiträge 704,37€ 684,25€
Deutsche Rentenversicherung 325,50€ 316,20€
Arbeitslosenversicherung 42€ 40,80€
Gesetzl. Krankenversicherung 274,75€ 266,90€
Gesetzl. Pflegeversicherung 62,12€ 60,35€
Nettolohn 2183,35€ 2248,92€
Entgeltumwandlung in Betriebsrente 115€
Nettolohnauszahlung 2183,35€ 2133,92€
Tatsächlicher Eigenaufwand 49,43€

 
In unserer Beispielrechnung werden 115€ gespart. 100€ vom Arbeitnehmer und 15€ vom Arbeitgeber. Da der Betrag bei der bAV aber direkt vom Bruttoeinkommen entnommen wird und sich somit Steuer- und Sozialabgabenvorteil ergeben, ist der tatsächliche Nettoaufwand nur bei 49,43€. D.h., es müssen 49,43€ aufgewendet werden um 115€ zu sparen.

Welche Abgaben muss man im Alter auf die betriebliche Altersvorsorge zahlen?

In der Ansparphase spart man mit der betrieblichen Altersvorsorge Steuern und Sozialabgaben. In der Rentenphase müssen jedoch Abgaben gezahlt werden. Deshalb schauen wir uns einmal an, welche das genau sind.
 
 
 

Steuern

Die Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge muss in der Auszahlungsphase zu 100% mit dem dann gültigen Steuersatz versteuert werden. Wenn man sich nicht für eine Verrentung, sondern für eine Kapitalauszahlung entscheidet, dann muss in dem Jahr der Auszahlung, der volle Betrag versteuert werden. Das führt in dem entsprechenden Jahr natürlich zu einer hohen Steuerbelastung.
 
Steuerklasse 1, Steuersatz im Alter 20%, monatliche Auszahlung aus bAV: 500€

 Auf Monatsbasis gerechnet:

 500€ * 100% (100% müssen versteuert werden) * 20% (Steuersatz im Alter) = 100€

 

Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge

Neben Steuern müssen auf die Rente auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden. Hier unterscheidet man zwischen gesetzlich und privat versicherten Rentnern, sowie einer Verrentung und Kapitalauszahlung.

Als gesetzlich krankenversicherter Rentner müssen die vollen Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden. Die genaue Höhe der Abzüge findest du in der Tabelle. Es gibt allerdings einen Freibetrag. Dieser beträgt aktuell 159,25€ monatlich. Dieser gilt aber nur für die Krankenversicherungs- nicht aber für die Pflegeversicherungsbeiträge.

Als privat krankenversicherter Rentner müssen keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die bAV gezahlt werden.

Entscheidet man sich für eine Kapitalauszahlung, wird das Kapital fiktiv auf 120 Monatsbeiträge verteilt. Auf dieser Basis müssen dann monatlich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden. Dabei wir der Beitragssatz vom Zeitpunkt der Auszahlung herangezogen.
Versicherungsart Beitragspflicht Beitrag KV Beitrag Pflege
Gesetzlich krankenversichert mit Kindern ja 14,6% 3,05%
Gesetzlich krankenversichert ohne Kinder ja 14,6% 3,3%
Privat krankenversichert nein - -

Bei den Krankenversicherungsbeiträgen muss noch der individuelle Zusatzbeitrag der eigenen Krankenversicherung hinzugerechnet werden.


Geldanlage in der betrieblichen Altersvorsorge

Wir haben uns ja bereits angeschaut, was die Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge sind. Das gilt grundsätzlich für jeden bAV Vertrag. Jetzt ist aber auch spannend, sich anzuschauen, was eigentlich mit dem Geld was jeden Monat in den Vertrag fließt passiert.

Es gibt im Rahmen der bAV verschiedene Geldanlagemöglichkeiten. Abhängig davon was für eine Versicherungslösung man wählt. Egal für was man sich entscheidet, eins ist bei der bAV immer gleich. Die eingezahlten Beiträge müssen immer garantiert sein.

D.h., dass das, was ich selber einzahle, am Ende der Laufzeit auf jeden Fall auch im Vertrag vorhanden sein muss. Ganz unabhängig davon welche Entwicklung die Geldanlage in der Zwischenzeit gemacht hat. Schauen wir uns die einzelnen Möglichkeiten einmal genauer an.

 
 

Klassik

Bei der klassischen Anlage in einer betrieblichen Altersvorsorge setzt sich die Geldanlage aus dem Garantiezins (aktuell: 0,9%) und den Überschüssen, die die Versicherung erwirtschaftet, zusammen. Da aber zunächst alle Garantien bedient werden müssen, auch von alten Verträgen, die noch eine deutlich höhere Garantieverzinsung hatten, ist der zu erwartende Ertrag aus den Überschüssen nicht sonderlich hoch.

Ein weiterer Nachteil ist, dass man keinerlei Mitspracherecht bei der Geldanlage hat. Die Versicherung investiert in den Deckungsstock, so wie Sie es für richtig hält.
Rendite ergibt sich aus:
  • Garantie Zins (aktuell 0,9%)
  • Überschüsse der Gesellschaft

Kurzanalyse:
  • Tendenziell die geringste Rendite Chance
  • Keine Auswahlmöglichkeiten bei der Geldanlage

Index

Bei den Indexpolicen handelt es sich um eine relativ neue Form der Anlagemöglichkeit im Versicherungsmantel. Einzuordnen ist es zwischen der klassischen Variante und der fondsgebundenen.

Auch hier werden die eingezahlten Beiträge, wie vom Gesetzgeber gefordert, garantiert. Das, was neben der Garantie übrig bleibt, partizipiert an einem vorher ausgewählten Index. Das kann beispielsweise der EuroStoxx 50, der DAX oder ein vergleichbarer Index sein.

Jedoch ist das Kapital nicht einfach in den Index investiert und somit entspricht die Wertentwicklung nicht 1:1 dem Index. Vielmehr ist es so, dass bei einem positiven Verlauf des Index, nur ein Teil der Wertentwicklung gutgeschrieben wird, bis zu einer bestimmten Obergrenze. Bei einer negativen Entwicklung gibt es ebenfalls eine Grenze. Die liegt bei 0%. Egal wie schlecht der Index läuft, im schlechtesten Fall erhält man eine Wertentwicklung von 0%.
Rendite ergibt sich aus:
  • Garantie der eingezahlten Beiträge
  • Wertentwicklung des nach oben und unten begrenzten Index
Kurzanalyse:
  • Die eingezahlten Beiträge sind garantiert, unabhängig von der Wertentwicklung
  • Höhere Renditechancen als in der Klassik
  • Ein Teil der Beiträge wird genutzt um die Garantie abzubilden
  • Die Wertentwicklung ist nach unten mit 0% und nach oben begrenzt. Dadurch ist die Renditechance geringer als bei der fondsgebundenen Variante

Fondsgebunden

Bei der fondsgebunden, oder manchmal auch hybrid genannten Variante funktioniert die Geldanlage wie folgt. Wie bei allen anderen Varianten auch sind hier die eingezahlten Beiträge garantiert.

Die Garantie wird direkt vom Versicherer übernommen. Hier hat man keinen Einfluss auf die Gestaltung. Worauf man jedoch Einfluss hat, ist der Anteil des Sparbeitrags, der nicht für die Garantie benötigt wird. Dieser Teil kann frei in Fonds, ETFs oder auch einer Mischung daraus investiert werden. Alles, was die Versicherung anbietet, kann ausgewählt und beliebig zusammengestellt werden.

Auch eine Veränderung der Geldanlage ist problemlos möglich. Bei dieser Variante handelt es sich um die Anlage mit der höchsten Renditechance.
Rendite ergibt sich aus:
  • Garantie der eingezahlten Beiträge
  • Der Rendite der selber ausgewählten Fondsanlage
Kurzanalyse:
  • Die eingezahlten Beiträge sind garantiert, unabhängig von der Wertentwicklung
  • Höhere Renditechancen als in der Klassik
  • Ein Teil der Beiträge wird genutzt, um die Garantie abzubilden.
  • Es kann zwischen sehr vielen Fonds und ETFs gewählt werden. Ein Wechsel zwischen Fonds ist ohne Probleme möglich und kostenfrei

Gestaltungsmöglichkeiten bei der betrieblichen Altersvorsorge

Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. Welche das genau sind, schauen wir uns hier einmal an.
 
Gestaltungsmöglichkeiten Ja/Nein Anmerkungen
Beitragsfrei stellen ✔️
Kündigen Nur in Ausnahmefällen möglich
Vorzeitige Auszahlung
Mitnahme zu neuem Arbeitgeber ✔️
Lebenslange Verrentung ✔️
Auszahlung zu Rentenbeginn ✔️
Vererbung ✔️
Pfändungssicher ✔️
Änderung der Beiträge ✔️

 

 
Betriebliche Altersvorsorge beitragsfrei stellen
Die betriebliche Altersvorsorge kann jederzeit beitragsfrei gestellt werden. D.h. es werden keine weiteren Beiträge eingezahlt und das bisher eingezahlte Kapital bleibt im Vertrag, wird weiter verzinst und dann mit dem Renteintritt ausgezahlt oder verrentet.
Betriebliche Altersvorsorge kündigen
Eine Kündigung der betrieblichen Altersvorsorge ist im Normalfall nicht möglich. Wenn man nicht mehr weiter in die bAV einzahlen möchte, dann kann man den Vertrag beitragsfrei stellen.
Betriebliche Altersvorsorge vorzeitig auszahlen
Eine vorzeitige Auszahlung des angesparten Kapitals vor dem Renteneintritt ist im Normalfall nicht möglich.
Betriebliche Altersvorsorge mitnehmen zu neuem Arbeitgeber
Wenn man den Arbeitgeber wechselt, kann man seine bAV zu dem neuen Arbeitgeber mitnehmen und dort weiterführen. Sollte der neue Arbeitgeber bereits eine Versorgungsordnung haben, muss er nicht zwingen den bisherigen Vertrag des neuen Arbeitnehmers weiterführen. Das angesparte Kapital kann in so einem Fall jedoch auf einen neuen Vertrag übertragen werden.
Betriebliche Altersvorsorge lebenslang verrenten
Üblicherweise wird das angesparte Kapital in der bAV zum Renteneintritt in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt.
Betriebliche Altersvorsorge auszahlen zu Rentenbeginn
Alternativ zur Verrentung kann das angesparte Kapital auf einen Schlag ausgezahlt werden oder auch teils ausgezahlt und teils verrentet werden.
Betriebliche Altersvorsorge vererben
Im Todesfall kann die betriebliche Altersvorsorge vererbt werden. Eine Vererbung ist möglich an Ehepartner, Kinder oder auch an die Eltern, falls es keine Kinder und keinen Ehepartner gibt.
Pfändungssicherheit der betrieblichen Altersvorsorge
Das Kapital in der bAV kann nicht gepfändet werden. Zu beachten ist jedoch, wenn man seinen Vertrag aus irgendwelchen Gründen einmal privat weiterführen sollte, dass dieser Anteil nicht pfändungssicher ist.
Änderung der Beiträge der betrieblichen Altersvorsorge
Die Beiträge bei der betrieblichen Altersvorsorge können in Absprache mit dem Arbeitgeber jederzeit erhöht oder verringert werden.
 

Was ist eine Versorgungsordnung in der bAV?

Die Versorgungsordnung fasst die Grundsätze zusammen, wie und in welcher Form der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine bAV zur Verfügung stellt. Dort ist unter anderem geregelt, wie hoch der genaue Zuschuss ist und meistens auch aus welchen Versicherungsanbietern man als Arbeitnehmer auswählen darf, um seine bAV umzusetzen.

Eine Versorgungsordnung ist jedoch nicht verpflichtend für den Arbeitgeber. Wenn es keine Versorgungsordnung gibt, kann man als Arbeitnehmer frei seinen Anbieter wählen und erhält mindestens die 15% Zuschuss. Auch ohne Versorgungsordnung kann der Zuschuss aber höher sein.

Checkliste zur bAV

Um entscheiden zu können, ob die bAV für einen sinnvoll ist oder nicht ist es wichtig zu wissen, was der Arbeitgeber überhaupt für Konditionen anbietet. Um dies zu erfragen hilft unsere Checkliste. Gebt diese einfach bei der Personalabteilung ab und ihr bekommt die Infos, die Ihr benötigt, um zu wissen, was euer Arbeitgeber anbietet. Diese Informationen helfen euch bei eurer Entscheidungsfindung.
 
Checkliste bAV
 

Sinken meine Ansprüche auf die gesetzliche Rente mit einer betrieblichen Altersvorsorge?

Die Entgeltumwandlung führt zu einer reduzierten Bemessungsgrundlage für die Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung (bei Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-und Unfallversicherung) und ggf. anderen Sozialleistungen (z.B. des Elterngeldes). Dadurch kann es später zu entsprechend geringeren Leistungen aus diesen Systemen kommen.

Liegt eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (oder einer privaten Krankenversicherung) vor, kann eine Entgeltumwandlung dazu führen, dass wieder eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken und Pflegeversicherung eintritt.

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Ob sich eine betriebliche Altersvorsorge lohnt oder nicht hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren und vor allem auch von den persönlichen Präferenzen ab. Doch es gibt ein paar Faustregeln, an denen man sich orientieren kann.

Tendenziell lohnt sich die bAV umso mehr, je höher der Zuschuss des Arbeitgebers ist. Finanziert der Arbeitgeber beispielsweise die gesamte bAV sollte man diese auch eigentlich so gut wie immer in Anspruch nehmen.

Ein weiterer wichtige Faktor ist die Höhe des eigenen Einkommens. Je höher das Einkommen, desto höher sind auch die Steuer- und Sozialabgaben und umso höher ist auch der Ersparnisseffekt der Entgeltumwandlung.

Ein dritter wichtiger Faktor ist das eigene Alter. Je jünger man ist, desto mehr Zeit hat man, von den Vorteilen der bAV zu profitieren. Hat man hingegen nur noch wenige Jahre bis zur Rente, kann es sein, dass die Abgaben in der Auszahlungsphase die Vorteile aus der Ansparphase übersteigen.


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Quellenangabe


Autor: Benjamin de Groot

dejure.org: Betriebsrentengesetz; https://dejure.org/gesetze/BetrAVG/1a.html (Abruf 04.2020)

Deutsche Rentenversicherung: Die drei Säulen der Altersvorsorge; https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Moeglichkeiten-der-Altersvorsorge/Drei-Saeulen-der-AV/Drei-Saulen-der-AV_node.html (Abruf: 04.2020)