FragFina ETF-Monitor 2026
Wie ETFs in fondsgebundenen Nettopolicen seit 2023 an Bedeutung gewinnen
Die ETF-Auswahl fondsgebundener Nettopolicen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Gleichzeitig ist die typische Gesamtzahl der verfügbaren Geldanlagen nicht gestiegen. Die Daten zeigen damit eine zunehmende Bedeutung von ETFs innerhalb des Anlageuniversums.
Die wichtigsten Ergebnisse
Die Auswahl an ETFs innerhalb fondsgebundener Nettopolicen hat sich seit 2023 deutlich vergrößert. In der konstanten Vergleichsgruppe von neun Versicherern steigt der Median der angebotenen ETFs von 32 im Jahr 2023 auf 44 im Jahr 2026. Das entspricht einem Zuwachs von 37,5 Prozent.
Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung nicht Teil eines vergleichbaren allgemeinen Wachstums der Anlageuniversen ist. Der Median der insgesamt auswählbaren Geldanlagen liegt 2023 bei 145 und 2026 bei 137. Während sich die ETF-Auswahl deutlich erhöht hat, ist die typische Gesamtzahl der verfügbaren Anlagen im selben Zeitraum leicht zurückgegangen.
Auch der Anteil von ETFs am jeweiligen Anlageuniversum hat sich verändert. Der Median des ETF-Anteils steigt in der konstanten Vergleichsgruppe von 21,8 Prozent im Jahr 2023 auf 35,9 Prozent im Jahr 2026.
Die Entwicklung ist zudem nicht auf einzelne Gesellschaften beschränkt: Alle neun durchgehend untersuchten Versicherer bieten 2026 mehr ETFs an als 2023. Gleichzeitig ist bei allen neun Gesellschaften auch der Anteil der ETFs am gesamten Anlageuniversum gestiegen.
ETF-Auswahl wächst seit 2023 kontinuierlich
Median der konstanten Vergleichsgruppe von neun Anbietern.

Warum die Kapitalanlage innerhalb einer Rentenversicherung wichtig ist
Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung wird das für die Kapitalanlage vorgesehene Vertragsguthaben in Investmentfonds beziehungsweise ETFs investiert. Welche Anlagen innerhalb eines Vertrags zur Verfügung stehen, bestimmt deshalb wesentlich mit, wie flexibel Versicherte ihre persönliche Anlagestrategie umsetzen können.
ETFs sind inzwischen bei sämtlichen von FragFina untersuchten Anbietern verfügbar. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede bei der Zahl der auswählbaren ETFs und beim Umfang des gesamten Anlageuniversums.
Die jährlichen FragFina Nettopolicen-Tests erfassen deshalb sowohl die Gesamtzahl der verfügbaren Geldanlagen als auch die Zahl der darin enthaltenen ETFs.
Datengrundlage und Untersuchungsdesign
Der FragFina ETF-Monitor 2026 basiert auf den Daten der Nettopolicen-Tests 2023, 2024, 2025 und 2026.
In den jährlichen Untersuchungen erfasst FragFina unter anderem die Anzahl der innerhalb der jeweiligen fondsgebundenen Nettopolice auswählbaren Geldanlagen sowie die darin enthaltene Zahl der ETFs.
Die ursprünglichen Tests umfassen darüber hinaus weitere Kriterien wie Kosten, Rentenfaktoren, Flexibilität und Vertragsgestaltung. Für den ETF-Monitor werden ausschließlich die jährlich erhobenen Daten zum Anlageuniversum ausgewertet.
Veränderung der Marktstichprobe
Die Zahl und Zusammensetzung der untersuchten Anbieter hat sich im Beobachtungszeitraum verändert.
| Erhebungsjahr | Anbieter im Test |
|---|---|
| 2023 | 11 |
| 2024 | 10 |
| 2025 | 11 |
| 2026 | 11 |
Neun Anbieter sind über alle vier Jahre vergleichbar
Für Aussagen zur Entwicklung von 2023 bis 2026 wird eine konstante Vergleichsgruppe verwendet. Dadurch sollen Veränderungen der Marktstichprobe nicht fälschlicherweise als Veränderung des Anlageangebots interpretiert werden.
Warum wir den Median verwenden
MyLife stellt ein wesentlich größeres Anlageuniversum zur Verfügung als die übrigen untersuchten Gesellschaften. 2026 sind dort 8.339 Geldanlagen und 1.126 ETFs auswählbar.
Bei den übrigen acht Gesellschaften des konstanten Panels liegt das gesamte Anlageuniversum dagegen zwischen 50 und 189 Anlagen. Ein arithmetischer Durchschnitt würde deshalb stark von einem einzelnen Anbieter bestimmt.
Zentrale Marktkennzahlen werden im ETF-Monitor deshalb als Median ausgewiesen. Bei neun Anbietern liegen jeweils vier Beobachtungen über und vier unter diesem mittleren Wert.
Die ETF-Auswahl wächst Jahr für Jahr
Die Zeitreihe zeigt eine kontinuierliche Zunahme der typischen ETF-Auswahl.
Der Median steigt von 32 ETFs im Jahr 2023 auf 36 im Jahr 2024 und 41 im Jahr 2025. 2026 stehen beim mittleren Anbieter 44 ETFs zur Auswahl.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum entspricht dies einem Wachstum von 37,5 Prozent.
Anders als bei einigen anderen untersuchten Kennzahlen gibt es innerhalb der vier Jahre keinen zwischenzeitlichen Rückgang der medianen ETF-Auswahl.
ETF-Auswahl wächst deutlich stärker als das gesamte Anlageuniversum
Entwicklung des Medians im konstanten Anbieterpanel, indexiert auf 2023 = 100.

Mehr ETFs statt einfach mehr Fonds
Die Entwicklung der ETF-Auswahl allein könnte zunächst den Eindruck erwecken, dass Versicherer ihre Anlageuniversen insgesamt kontinuierlich vergrößern. Die Daten zeigen jedoch ein anderes Bild.
Der Median der insgesamt verfügbaren Geldanlagen liegt bei 145 im Jahr 2023, 141 im Jahr 2024, 167 im Jahr 2025 und 137 im Jahr 2026.
Über den gesamten Zeitraum sinkt der Median damit leicht um 5,5 Prozent.
Der Ausbau der ETF-Auswahl lässt sich damit nicht lediglich durch ein insgesamt größeres Fondsuniversum erklären. Vielmehr haben ETFs innerhalb der verfügbaren Kapitalanlagen an Gewicht gewonnen.
ETFs nehmen einen größeren Teil des Anlageuniversums ein
Da die ETFs Bestandteil der Gesamtzahl der Geldanlagen sind, lässt sich für jeden Versicherer berechnen, welchen Anteil ETFs am gesamten Anlageuniversum einnehmen.
| Jahr | Median ETF-Anteil |
|---|---|
| 2023 | 21,8 % |
| 2024 | 26,6 % |
| 2025 | 24,7 % |
| 2026 | 35,9 % |
Zwischen 2023 und 2026 steigt der mediane ETF-Anteil damit um 14,1 Prozentpunkte.
2023 war beim typischen Anbieter gut jede fünfte auswählbare Geldanlage ein ETF. 2026 liegt der Anteil bei mehr als einem Drittel.
Der Verlauf ist allerdings nicht linear. Zwischen 2024 und 2025 geht der Median des ETF-Anteils vorübergehend leicht zurück, obwohl die absolute Zahl der ETFs weiter wächst. Grund dafür ist die gleichzeitige Veränderung der gesamten Anlageuniversen einzelner Versicherer.
ETFs nehmen einen größeren Teil des Anlageuniversums ein
Median des ETF-Anteils am gesamten Anlageuniversum der konstanten Vergleichsgruppe.

Mehr ETFs bei allen neun Versicherern
Die zunehmende ETF-Auswahl ist kein Effekt einzelner besonders großer Anbieter.
Bei allen neun Gesellschaften, die seit 2023 durchgehend untersucht werden, stehen 2026 mehr ETFs zur Verfügung als zu Beginn der Zeitreihe.
| Anbieter | ETFs 2023 | ETFs 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| ERGO | 12 | 33 | +175,0 % |
| Münchener Verein | 17 | 28 | +64,7 % |
| LV 1871 | 36 | 57 | +58,3 % |
| PrismaLife | 32 | 49 | +53,1 % |
| Alte Leipziger | 61 | 84 | +37,7 % |
| Continentale | 26 | 31 | +19,2 % |
| Volkswohl Bund | 37 | 44 | +18,9 % |
| Die Bayerische | 24 | 26 | +8,3 % |
| MyLife | 1.050 | 1.126 | +7,2 % |
Ein Anbieter mit ursprünglich wenigen ETFs kann bereits durch eine vergleichsweise geringe absolute Erweiterung einen hohen prozentualen Zuwachs erreichen. Deshalb werden in der Untersuchung absolute und relative Veränderungen gemeinsam betrachtet.
Alle Anbieter haben ihre ETF-Auswahl ausgebaut
Prozentuale Veränderung der ETF-Auswahl zwischen 2023 und 2026.

Auch der ETF-Anteil steigt bei allen neun Gesellschaften
Noch deutlicher wird die strukturelle Veränderung, wenn die ETF-Auswahl ins Verhältnis zum gesamten Anlageuniversum gesetzt wird.
| Anbieter | ETF-Anteil 2023 | ETF-Anteil 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Münchener Verein | 16,8 % | 56,0 % | +39,2 PP |
| Volkswohl Bund | 25,5 % | 44,4 % | +18,9 PP |
| ERGO | 16,0 % | 35,9 % | +19,9 PP |
| Alte Leipziger | 38,4 % | 46,4 % | +8,0 PP |
| Die Bayerische | 35,3 % | 43,3 % | +8,0 PP |
| PrismaLife | 21,8 % | 29,2 % | +7,4 PP |
| LV 1871 | 22,8 % | 30,2 % | +7,4 PP |
| Continentale | 18,7 % | 22,6 % | +3,9 PP |
| MyLife | 11,6 % | 13,5 % | +1,9 PP |
Entscheidend ist dabei weniger die Rangfolge als die gemeinsame Richtung: Bei jedem einzelnen Anbieter der konstanten Vergleichsgruppe ist der ETF-Anteil 2026 höher als 2023.
Bei einigen Gesellschaften ist der steigende Anteil nicht nur auf zusätzliche ETFs zurückzuführen, sondern zugleich auf ein kleineres Gesamtuniversum.
Beim Münchener Verein beispielsweise steigt die ETF-Auswahl von 17 auf 28, während die Gesamtzahl der auswählbaren Geldanlagen von 101 auf 50 zurückgeht. Beim Volkswohl Bund erhöht sich die ETF-Zahl von 37 auf 44, während die Gesamtzahl von 145 auf 99 sinkt.
ETF-Anteil steigt bei allen neun durchgehend untersuchten Anbietern
Anteil der ETFs am gesamten Anlageuniversum – 2023 im Vergleich zu 2026.

Die Unterschiede zwischen den Anbietern bleiben groß
Neben der historischen Zeitreihe lohnt sich eine Betrachtung des aktuellen Marktes. Der Nettopolicen-Test 2026 umfasst elf Gesellschaften.
Bei sämtlichen untersuchten Anbietern stehen ETFs für die fondsgebundene Kapitalanlage zur Verfügung. Die Zahl und der Anteil unterscheiden sich jedoch erheblich.
| Anbieter | Geldanlagen | ETFs | ETF-Anteil |
|---|---|---|---|
| Münchener Verein | 50 | 28 | 56,0 % |
| Alte Leipziger | 181 | 84 | 46,4 % |
| Volkswohl Bund | 99 | 44 | 44,4 % |
| Die Bayerische | 60 | 26 | 43,3 % |
| ERGO | 92 | 33 | 35,9 % |
| Swiss Life | 229 | 73 | 31,9 % |
| AXA | 113 | 35 | 31,0 % |
| LV 1871 | 189 | 57 | 30,2 % |
| PrismaLife | 168 | 49 | 29,2 % |
| Continentale | 137 | 31 | 22,6 % |
| MyLife | 8.339 | 1.126 | 13,5 % |
Die Spannweite macht zugleich deutlich, warum absolute ETF-Zahl und ETF-Anteil zwei unterschiedliche Informationen liefern.
MyLife bietet mit Abstand die größte absolute ETF-Auswahl des untersuchten Marktes. Gleichzeitig machen ETFs aufgrund des außergewöhnlich großen Gesamtuniversums lediglich 13,5 Prozent aller verfügbaren Geldanlagen aus.
Beim Münchener Verein ist die absolute ETF-Auswahl mit 28 ETFs deutlich kleiner. Gleichzeitig entfallen mit 56 Prozent mehr als die Hälfte aller auswählbaren Anlagen auf ETFs.
Wie groß ist der ETF-Anteil am Anlageuniversum 2026?
Vollständige Marktstichprobe 2026 mit elf untersuchten Anbietern.

Bedeutet mehr ETF-Auswahl automatisch einen besseren Tarif?
Nein. Die Anzahl der auswählbaren ETFs beschreibt zunächst die Breite des verfügbaren Anlageuniversums.
Eine größere Auswahl kann sinnvoll sein, wenn unterschiedliche Märkte, Anlageklassen oder Strategien abgebildet werden sollen. Für viele langfristige Altersvorsorgestrategien kann aber bereits eine deutlich kleinere Zahl geeigneter ETFs vollkommen ausreichend sein.
Der ETF-Monitor untersucht deshalb bewusst nicht die Qualität einzelner Fonds oder Tarife, sondern die Entwicklung von Umfang und Struktur des verfügbaren Anlageangebots.
ETFs gewinnen innerhalb fondsgebundener Nettopolicen deutlich an Bedeutung
Die Daten der Jahre 2023 bis 2026 zeigen eine klare Entwicklung: ETFs nehmen innerhalb des Anlageangebots fondsgebundener Nettopolicen einen zunehmend größeren Stellenwert ein.
In der konstanten Vergleichsgruppe von neun Versicherern wächst der Median der auswählbaren ETFs innerhalb von drei Jahren von 32 auf 44. Das entspricht einem Zuwachs von 37,5 Prozent.
Gleichzeitig ist das gesamte Anlageuniversum beim typischen Anbieter nicht größer geworden. Der Median der verfügbaren Geldanlagen sinkt zwischen 2023 und 2026 leicht von 145 auf 137.
Damit spricht die Datenlage nicht lediglich für eine allgemeine Ausweitung der Fondsangebote. Vielmehr deutet sie auf eine Verschiebung innerhalb der verfügbaren Kapitalanlagen zugunsten von ETFs hin.
Alle neun durchgehend untersuchten Versicherer bieten 2026 mehr ETFs an als 2023. Gleichzeitig ist bei allen neun Gesellschaften der ETF-Anteil am jeweiligen Anlageuniversum gestiegen.
Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung beim Median des ETF-Anteils: Dieser erhöht sich von 21,8 Prozent im Jahr 2023 auf 35,9 Prozent im Jahr 2026.
Ob sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzt oder sich die ETF-Auswahl auf dem erreichten Niveau stabilisiert, lässt sich mit der bisherigen Zeitreihe noch nicht beantworten.
Der FragFina ETF-Monitor soll deshalb künftig jährlich fortgeschrieben werden.
Was die Untersuchung zeigt – und was nicht
Der ETF-Monitor untersucht die Breite und Struktur des Anlageangebots. Er ist kein Produktranking und bewertet weder einzelne ETFs noch deren Qualität.
Eine hohe absolute Zahl von ETFs bedeutet nicht automatisch, dass ein Tarif für einen bestimmten Anleger besser geeignet ist. Mehrere ETFs können beispielsweise ähnliche Märkte oder Indizes abbilden.
Umgekehrt kann bereits ein vergleichsweise kleines Anlageuniversum alle für eine breit diversifizierte langfristige Anlagestrategie erforderlichen Bausteine enthalten.
Die Analyse zeigt deshalb ausschließlich, wie sich Umfang und Struktur der auswählbaren Kapitalanlagen im untersuchten Markt verändert haben.
Datengrundlage der Untersuchung
Die in dieser Untersuchung ausgewerteten Anzahl der Geldanlagen stammen aus Berechnungen, die FragFina zum jeweiligen Erhebungszeitpunkt in den Tarif- beziehungsweise Angebotsrechnern durchgeführt hat, sowie aus den von den Versicherern zur Verfügung gestellten Übersichten der Geldanlage.
Die Daten stammen aus den jährlichen FragFina Nettopolicen-Tests. Für den ETF-Monitor wurden die dort erhobenen Angaben zur Zahl der verfügbaren Geldanlagen und ETFs zusammengeführt und über mehrere Jahre ausgewertet.
Verwendung von Daten und Grafiken
Ergebnisse und Grafiken aus dem FragFina ETF-Monitor 2026 können für redaktionelle Berichterstattung unter Angabe der Quelle „FragFina Research – ETF-Monitor 2026“ verwendet werden.
Für Rückfragen zur Methodik, zusätzliche Daten oder fachliche Einordnungen stehen wir Redaktionen gerne zur Verfügung.
