Wie findet man einen guten Finanzberater?


Mit diesen Tipps findest du einen guten und zu dir passenden Finanzberater
 
 

 
 


Wie findet man einen guten Finanzberater? Welche Ausbildung sollte ein Finanzberater haben? Woran erkenne ich einen seriösen Berater?

Auf der Suche nach einem Finanzberater stellen sich viele Verbraucher die Frage, wie finde und erkenne ich eigentlich einen guten Finanzberater? Wir geben dir in unserem Ratgeber Tipps an die Hand damit du diese Frage schnell für dich beantworten kannst.

Benjamin de Groot

Finanzexperte


Aktualisiert am: 30.08.2019
 


Sich um seine Finanzen zu kümmern ist essentiell, wenn man seine wirtschaftlichen Ziele und Wünsche im Leben erreichen will. Hat man jedoch selber nicht die Zeit und die Lust sich tief in die Materie einzuarbeiten ist man auf einen Finanzberater angewiesen.

Deswegen ist es sehr gut, dass du dich mit diesem Thema auseinandersetzt. Denn den richtigen Finanzberater zu finden, der sich umfassend und seriös um alle wirtschaftlichen Fragestellung kümmert, ist gar nicht so einfach.

In diesem Ratgeber wird dir alles an die Hand gegeben, was du benötigst um zu erkennen, ob dein Finanzberater gut ist. Mit diesen Informationen findest du denn für dich richtigen Finanzberater.

Wie sollte eine Finanzberatung ablaufen?



Inhaltlich können sich Finanzberatungen sehr stark unterscheiden. Das liegt zum einen an unterschiedlichen Themenschwerpunkten die behandelt werden. Zum anderen am Beratungsstill des einzelnen Beraters. Doch trotz der inhaltlichen Unterschiede sollte ein gewisser Ablauf immer eingehalten werden. Ein guter Berater baut für gewöhnlich seine Beratung wie folgt auf:

1. Vorstellung und Bestandsanalyse

Als erstes sollte der Berater sich, seine Dienstleistung, seine Rechtsform und seine Kompetenzen vorstellen. Danach muss immer eine ausführliche und umfassende Bestandsaufnahme gemacht werden. Das kann man mit der Anamnese bei einem Arzt vergleichen.

Es sollte also unter anderem abgefragt werden, was die wirtschaftlichen Ziele und Wünsche sind, wie die finanzielle Ausgangssituation ist und welche Verträge bereits vorhanden sind. Denn erst auf dieser Grundlage kann ein Berater ein sinnvolles Konzept zur Problemlösung erstellen, das auch wirklich auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

2. Konzept und Produktvorschläge

Für gewöhnlich ist nach der Bestandsaufnahme der erste Termin beendet. Der Berater erstellt jetzt auf der Grundlage der Bestandsanalyse ein Konzept zur Problemlösung. Im zweiten Termin stellt der Berater das erarbeitete Konzept vor und beantwortet alle Fragen rund um das Konzept.

Darauf folgend macht er Produktvorschläge mit denen das Konzept umgesetzt werden kann. Hier zeichnet sich ein guter Berater dadurch aus, dass er mehrere Vorschläge macht und die Auswahl der Vorschläge für den Verbraucher nachvollziehbar und nachprüfbar ist.

3. Umsetzung

Für gewöhnlich ist an dieser Stelle der zweite Termin beendet und der Verbraucher wird mit den Unterlagen und Vorschlägen nach Hause geschickt. So hat er ausreichend Zeit sich mit den Angeboten auseinanderzusetzen und in Ruhe eine Entscheidung zu treffen.

Wenn im dritten Termin alle Fragen zum Konzept und zu den Produktvorschlägen geklärt sind geht es an die Umsetzung. Auch hier sollte der Berater unterstützend zur Seite stehen und die teilweise sehr umfangreichen Unterlagen gemeinsam mit dem Verbraucher ausfüllen. So kann gewährleistet werden, dass alles richtig beantragt wird und unnötige und nervige Rückfragen können vermieden werden.
Grundlage jeglicher Finanzberatung muss zwingend eine umfassende Bestandsanalyse sein. Nur so kann gewährleistet werden, dass du eine Lösung für dein Problem bekommst, die auch wirklich auf dich zugeschnitten ist. Wird dir ein Konzept und Produkte vorgeschlagen, ohne dass eine Bestandsanalyse stattgefunden hat, dann such dir einen anderen Berater.

Kostenloses Erstgespräch



Das Erstgespräch oder manchmal auch Kennenlerngespräch sollte unabhängig von der Rechtsform des Beraters und unabhängig von Honorar oder Provision immer kostenlos sein.

Es soll, wie der Name schon sagt, dazu dienen sich kennenzulernen, einen ersten Eindruck voneinander zu gewinnen und zu schauen ob man sich eine Zusammenarbeit grundsätzlich vorstellen kann.

Wenn der erste Eindruck passt, kann man in diesem Gespräch auch schon in die Bestandsanalyse einsteigen.

Unabhängigkeit des Finanzberaters



Bei der Suche nach einem passenden Finanzberater sollte man immer darauf achten, welche Rechtsform beziehungsweise welchen Status der Finanzberater hat. Ist er bspw. angestellt bei einer Bank oder einer Versicherung und kann somit nur die Produkte seines Arbeitgebers vermitteln oder ist er selbstständig und unabhängig von Unternehmen und somit frei in der Produktauswahl. Hier findest du die drei gängigsten Rechtsformen:

Objektivität in der Beratung



Ein deutliches Anzeichen dafür, dass es sich bei dem Berater um einen guten Berater handelt ist, wenn er nach objektiven und nachprüfbaren Kriterien berät und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen gibt.

Eine Möglichkeit über die dies gewährleistet werden kann, ist die so genannte Finanznorm (DIN Norm 73220). Hierbei handelt es sich um eine DIN Norm für die Basis- Finanzanalyse für Privathaushalte auf Grundlage von objektiven, nachprüfbaren und wissenschaftlichen Kriterien.

Objektive Produktauswahl



An der Art wie der Finanzberater Produkte auswählt, die er vorschlägt, kann man ebenfalls erkennen, ob es sich um einen guten Finanzberater handelt.

Bei einem guten Finanzberater wird man für ein Problem immer mehrere Lösungsvorschläge von verschiedenen Anbietern erhalten. Die Produktauswahl sollte darüber hinaus auf nachprüfbaren und auf objektiven Kriterien beruhen.

Idealerweise handelt es sich hierbei um externe Kriterien, wie beispielsweise die Kriterien von Verbraucherschützern.

Bewertungen in der Finanzberatung



Eine weitere Hilfestellung um zu erkennen, ob es sich um einen guten Finanzberater handelt können Bewertungen im Internet sein. Bei vielen Dienstleistungen ist es für uns heute selbstverständlich auf Bewertungen und Erfahrungen von Leuten zurückzugreifen, die die Dienstleistung bereits genutzt haben.

Im Bereich der Finanzdienstleistung sollte das nicht anders sein. Auch hier kann man nachschauen ob und wie der Finanzberater bewertet ist. Die gängigsten Plattformen für Bewertungen von Finanzberatern sind WhoFinance und Google.

Offene Kommunikation der Kosten



Finanzberatung kostet Geld. Sei es direkt über einen Honorar oder indirekt über Provisionen.

Ein deutlicher Hinweis auf einen guten Berater ist, wenn im Erstgespräch das Thema der Kosten offen und ehrlich thematisiert wird.

Alles rund um das Thema Kosten in der Finanzberatung findest du in unserem Ratgeber unter: Was kostet eine Finanzberatung?

Ausbildung und Berufserfahrung des Beraters



Um zu entscheiden ob der Finanzberater mit dem man es zu tun hat gut ist oder nicht, hilft es sich anzuschauen, welche Ausbildung der Berater hat und wie die Berufserfahrungen aussieht.

Zur Ausbildung gehören Dinge wie ein Studium, eine Berufsausbildung, IHK Weiterbildungen oder Spezialisierungen in gewissen Themengebieten. Eine umfassende Ausbildung ist keine Garantie für einen guten Berater aber ein guter Anhaltspunkt.

Darüber hinaus sind gewisse Qualifikationen vom Gesetzgeber verpflichtend vorgegeben. Das sind, je nach Schwerpunkt, Dinge wie beispielsweise die Erlaubnis nach der §34d GewO um im Versicherungsbereich tätig sein zu dürfen oder die Erlaubnis nach §34i GewO für den Immobilienbereich.

Das gleiche gilt für den Punkt der Berufserfahrung. Viel Erfahrung ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einem guten Berater aber sicher auch kein Nachteil.

Subjektive Kriterien



Neben all den objektiven und nachprüfbaren Kriterien, die wir uns bereits angeschaut haben, sollte man ein paar subjektive Punkte nicht vergessen. Ein Berater kann noch so kompetent und gut ausgebildet sein, eine Beratung ist immer noch eine Dienstleistung zwischen Menschen.

Deshalb sollte man immer darauf achten, dass man auch menschlich zusammen passt. Der Berater sollte einem nicht unsympathisch sein und man sollte nicht den Eindruck haben zu etwas gedrängt zu werden. Wenn man einfach ein schlechtes Bauchgefühl hat sollte man lieber nach einem anderen Berater schauen.

Provisions- oder Honorarberatung als Qualitätskriterium?



Häufig wird uns die Frage gestellt was ist besser: Eine Beratung auf Honorar- oder auf Provisionsbasis und ob man daran auch einen guten Finanzberater erkennen kann?

Ob auf Honorarbasis oder Provisionsbasis beraten wird, sagt erst einmal gar nichts über die Qualität des Beraters aus sondern nur darüber wie er sein Geld verdient und ist somit auch kein Qualitätsmerkmal. In beiden Kategorien gibt es gute und schlechte Berater. Für was man sich hier entscheidet ist eher von der persönlichen Präferenz abhängig.

Idealerweise bietet der Berater beide Varianten an und man kann wählen welche Variante einem am besten gefällt.

Zusammenfassung



Wie man sieht ist es gar nicht so einfach den richtigen Finanzberater zu finden. Es gibt viele Kriterien zu berücksichtigen. Letztendlich spielt am Ende auch ein gutes Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Kriterien zur Auswahl findest du hier noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Grundlage einer Beratung muss immer eine ausführliche Bestandsanalyse sein
  • Das Erstgespräch sollte kostenlos sein
  • Der Finanzberater sollte unabhängig sein
  • Die Beratung sollte auf objektiven Kriterien beruhen
  • Die Produkte sollte auf objektiven Kriterien ausgewählt werden
  • Der Finanzberater sollte gut bewertet sein
  • Kosten sollten offen kommuniziert werden
  • Der Berater sollte eine gute Ausbildung haben
  • Die zwischenmenschliche Ebene sollte passen


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    Quellenangabe


    Autor: Benjamin de Groot

    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/unserioese-finanzberater-5201, Unseriöse Finanzberater, (Abruf 08.2019)

    https://www.bundesverband-finanzplaner.de/home/checkliste-serioese-finanzberater, (Abruf 08.2019)