Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?


Alles rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung für Einsteiger einfach und verständlich erklärt
 
 

 
 


Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Welche Faktoren sind für den Beitrag verantwortlich? Wo liegt der Unterschied zwischen Netto und Bruttobeitrag?

Dieser Artikel widmet sich genau diesen Fragen und ist Teil unseres allgemeinen Ratgebers zum Thema Berufsunfähigkeistversicherung. Zum gesamten Ratgeber kommst du hier.

Benjamin de Groot

Finanzexperte


Aktualisiert am: 08.03.2019
 


Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt und für jeden relevant, der seinen Lebensunterhalt aus seinem Arbeitseinkommen bestreitet.

Deswegen ist es sehr wichtig, dass du dich mit diesem Thema und insbesondere mit der Frage auseinandersetzt, was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

In diesem Ratgeber werden dir alle wichtigen Informationen an die Hand gegeben, damit du verstehst, wie sich die Kosten beziehungsweise der Beitrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zusammensetzt.



Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?



Jeder der sich mit dem Thema der Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandersetzt kommt irgendwann zu der Frage, was kostet mich diese Versicherung eigentlich und wie kommen die Kosten zustande?

Viele verschiedene und vor allem individuelle Faktoren, wie beispielsweise der Beruf oder das Alter, sind für die Höhe der Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung verantwortlich.

Dieser Umstand führt dazu, dass die Kosten für den gleichen Vertrag von Verbraucher zu Verbraucher sehr stark variieren können. Aus diesem Grund schauen wir uns detailliert an, welche Faktoren für die Kosten verantwortlich sind.

Faktoren für die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung



  • Beruf

    Der ausgeführte Beruf ist maßgeblich entscheidend für die Höhe des Beitrags. Tendenziell sind Menschen mit akademischer Ausbildung, ohne körperliche Tätigkeit und ohne Reisetätigkeit in den günstigsten Berufsgruppen und zahlen somit den geringsten Beitrag. Je risikoreicher der Job ist desto höher wird der Beitrag.
  • Gesundheit

    Der wichtigste Faktor beim Preis, aber auch bei der grundsätzlichen Frage ob ich überhaupt einen Berufsunfähigkeitsschutz bekomme, ist die eigene Gesundheit. Im Zuge der Risikoprüfung werden die gesundheitlichen Rahmenparameter abgefragt und auf dieser Grundlage entschieden, ob ich überhaupt einen Schutz bekomme und wenn ja zu welchen Konditionen.
  • Alter

    Die Höhe des Beitrags ist abhängig vom Alter. Hier gilt die einfache Regel je jünger man ist, desto weniger Beitrag muss man bezahlen.
  • Hobbies

    Bestimmte Hobbies können zu Beitragszuschlägen oder einer Ablehnung führen. Nicht alle Versicherungen behandeln das Thema Hobbies gleich. Grundsätzlich gilt aber, je gefährlicher das Hobby (Fallschirmspringen, Free Climbing, etc.) ist, desto wahrscheinlicher ist ein Beitragszuschlag oder eine Ablehnung.
  • Bedingungen der Versicherung

    Ein ausschlaggebender Punkt für die Höhe des Beitrags sind die versicherten Bedingungen. 2000€ BU Rente kosten mehr als 1000€ BU Rente. Möchte ich einen Inflationsausgleich einbauen oder andere Dinge dann muss ich ebenfalls dafür bezahlen.

  • Laufzeit

    Je länger die vereinbarte Leistungsdauer ist desto höher ist der zu zahlende Beitrag. D.h. ein Vertrag der bis zum Endalter 67 läuft hat einen höheren Beitrag, als ein Vertrag der nur bis zum 60. Lebensjahr läuft.
  • Anbieter

    Trotz gleicher Ausgangslage sind die Preise für eine Berufsunfähigkeitsversicherung von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich. Gründe dafür können beispielsweise unterschiedliche Leistungen im Bedingungswerk oder eine andere Einstufung in Berufsgruppen sein.

 
Berufsbeispiel Niedrigster Nettobeitrag Höchster Nettobeitrag
Mathematiker 52€ 121€
Maschinenbauingenieur 52€ 123€
Bürokaufmann 73€ 153€
Dolmetscher 73€ 254€
Technischer Zeichner 76€ 195€
Schloßer 114€ 316€
Elektriker 115€ 273€
Maler 187€ 429€
Maurer 228€ 469€

Quelle: Franke & Bornberg
Berechnungsgrundlagen: Abgeschlossene Ausbildung, Vollzeit, Alter 35, Endalter 67, 1500€ BU Rente, Beitragsverrechnung, gerundete Preise




Unterschied zwischen Netto- und Bruttobeitrag


Wenn man ein Angebot für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sieht, hat man in der Regel zwei unterschiedliche Beiträge. Dabei handelt es sich um den Netto- und den Bruttobeitrag.

Der Nettobeitrag ist der Beitrag den man tatsächlich monatlich zahlt. Der Bruttobeitrag ist der Beitrag, der angibt was die Absicherung des Risikos tatsächlich kostet.

Dieser Unterschied kommt durch so genannte Überschüsse zustande. Überschüsse werden dadurch generiert, dass die Versicherungen mit den eingezahlten Beiträgen arbeiten und Zinsen erwirtschaften.

An diesen erwirtschafteten Zinsen beziehungsweise Überschüssen wird man als Kundebeteiligt. Die Beteiligung findet in Form einer Beitragsreduzierung statt. Somit zahlt man letztendlich nur den Nettobeitrag.
Wichtig zu beachten ist, dass Überschüsse nicht garantiert sind. Die Höhe der Überschüsse sind immer abhängig davon wie gut der Versicherer wirtschaftet. Das heißt im Umkehrschluss, dass es passieren kann, dass der bisher zu zahlende Nettobeitrag bis auf den Bruttobeitrag angepasst wird. Deswegen sollte man bei der Auswahl des Anbieters immer darauf achten, dass der Unterschied zwischen Netto- und Bruttobeitrag nicht zu hoch ist.



Muss man im Leistungsfall weiter Beiträge zahlen?


Für gewöhnlich müssen keine Beiträge mehr gezahlt werden, wenn man im Sinne der Versicherungsbedingungen, berufsunfähig ist.

Man spricht in diesem Fall von einer Beitragsbefreiung im Leistungsfall. D.h. für die Dauer der Berufsunfähigkeit müssen keine Beiträge gezahlt werden.

Sollte man nach einer gewissen Zeit wieder gesund werden, also nicht mehr berufsunfähig sein, läuft die Versicherung wieder ganz normal weiter und man zahlt wieder monatlich seine Beiträge.
 


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Quellenangabe


Autor: Benjamin de Groot

Franke Bornberg: BU Studie 2016

Spiegel: Berufsunfähigkeit, https://www.spiegel.de (Abruf 03.2019)

Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeit die verkannte Gefahr, https://www.vebraucherzentrale.de (Abruf 03.2019)