Lebenserwartungsrechner für die Rente: Wie lange muss dein Geld reichen?
Was zeigt dir der Lebenserwartungsrechner?
Der Lebenserwartungsrechner soll keine persönliche Lebensdauer vorhersagen. Er beantwortet eine für die Altersvorsorge deutlich praktischere Frage: Wie lange sollte ein Auszahlplan reichen, wenn dein Kapital im Ruhestand nicht zu früh aufgebraucht sein soll?
Dafür betrachtet der Rechner nicht einfach die Lebenserwartung ab Geburt. Entscheidend ist das Alter, in dem deine Auszahlungsphase beginnt. Ab diesem Zeitpunkt wird berechnet, welcher Anteil vergleichbarer Männer oder Frauen bestimmte Altersstufen statistisch erreicht.
Das Ergebnis hilft dir dabei, einen Planungshorizont für die Auszahlungsphase einzuordnen. Du siehst zum Beispiel, wie viele Menschen dein gewähltes Planende erreichen und bis zu welchem Alter statistisch noch 50 %, 10 % oder 5 % der Vergleichsgruppe leben.
1. Warum ist die Lebenserwartung für die Altersvorsorge so wichtig?
Beim Vermögensaufbau ist der Zeitraum bis zum Rentenbeginn meist relativ klar. In der Auszahlungsphase ist das anders: Niemand weiß im Voraus, wie lange das vorhandene Vermögen Einkommen liefern muss. Genau daraus entsteht das sogenannte Langlebigkeitsrisiko.
Ein langes Leben ist selbstverständlich nichts Negatives. Für die Finanzplanung bedeutet es aber, dass Miete, Lebenshaltung, Freizeit, Versicherungen und gegebenenfalls Pflege über einen längeren Zeitraum finanziert werden müssen. Ein Auszahlplan, der mit 85 Jahren endet, funktioniert nur dann vollständig, wenn danach keine zusätzlichen Mittel aus diesem Kapital mehr benötigt werden.
Deshalb ist die durchschnittliche Lebenserwartung allein für die Planung nicht ausreichend. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie viele Menschen deutlich älter als der Durchschnitt werden. Genau dafür zeigt der Rechner zusätzlich die 50-%-, 10-%- und 5-%-Marken.
2. Warum zählt die Lebenserwartung ab Rentenbeginn?
Die häufig genannte Lebenserwartung bei Geburt ist für die Planung einer späteren Auszahlungsphase nur eingeschränkt hilfreich. Wer bereits 65 oder 67 Jahre alt geworden ist, kann nicht mehr vor diesem Alter versterben. Für die weitere Planung zählen deshalb nur noch die Sterbewahrscheinlichkeiten der folgenden Altersjahre.
Das Statistische Bundesamt bezeichnet diesen Wert als fernere Lebenserwartung. Nach der aktuellen Periodensterbetafel 2023/2025 beträgt sie im Alter von 65 Jahren rund 18,0 weitere Jahre bei Männern und 21,1 weitere Jahre bei Frauen. Unter den heutigen Sterblichkeitsverhältnissen entspricht das einem durchschnittlich erreichten Alter von ungefähr 83 beziehungsweise 86 Jahren. Quelle: Statistisches Bundesamt.
3. Welche Angaben benötigt der Lebenserwartungsrechner?
Dein heutiges Alter
Aus deinem heutigen Alter und dem geplanten Alter beim Start der Auszahlung ermittelt der Rechner intern, in welchem Kalenderjahr deine Auszahlungsphase beginnt. Du musst das Jahr also nicht selbst ausrechnen.
Geschlecht
Die amtlichen Sterbetafeln des Statistischen Bundesamts werden getrennt für Männer und Frauen veröffentlicht, weil sich die beobachteten Sterbewahrscheinlichkeiten unterscheiden. Der Rechner übernimmt diese statistische Trennung für seine Berechnung.
Alter zu Beginn der Auszahlung
Das ist das Alter, ab dem dein vorhandenes Altersvorsorgekapital regelmäßig ausgezahlt werden soll. Ab genau diesem Alter beginnt die Überlebensrechnung.
Ende des Auszahlplans
Hier legst du fest, bis zu welchem Alter dein geplanter Kapitalstock reichen soll. Der Rechner zeigt anschließend, welcher Anteil der Vergleichsgruppe dieses Alter statistisch noch erreicht.
Künftige Entwicklung der Lebenserwartung
Da dein Rentenbeginn möglicherweise noch viele Jahre entfernt ist, kannst du auswählen, ob die heutigen Sterblichkeitsverhältnisse unverändert bleiben oder ob die Lebenserwartung künftig leicht, mittel oder stärker ansteigt.
4. Warum berücksichtigt der Rechner eine künftig steigende Lebenserwartung?
Eine aktuelle Periodensterbetafel beschreibt die Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Beobachtungszeitraums. Sie enthält ausdrücklich keine Vorhersage darüber, wie sich die Sterblichkeit in den kommenden Jahrzehnten entwickelt. Das erläutert auch das Statistische Bundesamt in seiner Methodenbeschreibung zu Sterbetafeln.
Für einen heute 40-Jährigen, dessen Auszahlungsphase beispielsweise erst mit 67 beginnt, wäre es deshalb sehr vorsichtig, ausschließlich mit den heutigen Sterbewahrscheinlichkeiten zu rechnen. Medizinischer Fortschritt, Prävention, Lebensbedingungen und andere Faktoren können die Lebenserwartung bis dahin verändern.
Der Rechner bietet deshalb vier Varianten. Die drei Zukunftsszenarien orientieren sich in ihrer Richtung an den Annahmen L1, L2 und L3 der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts.
| Auswahl im Rechner | Bedeutung |
|---|---|
| Keine weitere Verbesserung | Die heutigen Sterbewahrscheinlichkeiten werden auch für die Zukunft verwendet. |
| Leichter Anstieg | Vorsichtige Verbesserung der Sterblichkeit, angelehnt an die Destatis-Annahme L1. |
| Mittlerer Anstieg | Mittlere Entwicklung zwischen vorsichtiger und stärkerer Verbesserung, angelehnt an L2. |
| Stärkerer Anstieg | Deutlichere Verbesserung der Sterblichkeit, angelehnt an L3. |
5. Wie solltest du die Ergebnisse lesen?
Durchschnittliches Lebensalter
Dieser Wert ist der mathematische Mittelwert des erreichten Lebensalters innerhalb des Modells unter der Voraussetzung, dass das eingegebene Startalter der Auszahlung bereits erreicht wurde. Sehr hohe und niedrigere Lebensalter fließen gemeinsam in diesen Durchschnitt ein.
Mit deinem Planende leben statistisch noch
Diese Kennzahl ist für die Auszahlungsplanung besonders direkt. Steht dort beispielsweise bei einem Planende mit 95 Jahren ein Wert von 20 %, bedeutet das: Rund 20 von 100 vergleichbaren Personen erreichen statistisch mindestens dieses Alter. Ein Auszahlplan, der mit 95 endet, wäre für diesen Anteil der Gruppe also noch zu Lebzeiten beendet.
50 % erreichen mindestens
Das ist der Median der Überlebensverteilung. Bis zu diesem Alter lebt statistisch ungefähr die Hälfte der Vergleichsgruppe. Die andere Hälfte verstirbt vorher.
10 % erreichen mindestens
Diese Marke zeigt den länger lebenden Teil der Vergleichsgruppe. Erreicht die 10-%-Marke beispielsweise 98 Jahre, dann lebt statistisch ungefähr jeder Zehnte mindestens bis zu diesem Alter.
5 % erreichen mindestens
Die 5-%-Marke betrachtet einen noch größeren Sicherheitspuffer. Sie zeigt das Alter, das ungefähr jeder Zwanzigste der Vergleichsgruppe erreicht oder überschreitet.
6. Wie kannst du das Ergebnis für deinen Auszahlplan nutzen?
Der Rechner gibt bewusst kein einzelnes „richtiges“ Endalter vor. Wie groß dein Sicherheitspuffer sein sollte, hängt davon ab, welche anderen lebenslangen oder langfristigen Einkünfte dir zur Verfügung stehen und welche Rolle das frei verfügbare Kapital im Ruhestand spielen soll.
- Lege fest, ab welchem Alter dein Kapital regelmäßig zur Finanzierung des Ruhestands eingesetzt werden soll.
- Prüfe für dein gewünschtes Planende, welcher Anteil der Vergleichsgruppe dieses Alter statistisch erreicht.
- Nutze zusätzlich die 50-%-, 10-%- und 5-%-Marken, um verschiedene Sicherheitspuffer miteinander zu vergleichen.
- Betrachte die Lebensdauer nicht isoliert: Auch Rendite, Entnahmehöhe, Inflation und die Reihenfolge guter und schlechter Börsenjahre beeinflussen, wie lange dein Kapital tatsächlich reicht.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Der Lebenserwartungsrechner beantwortet die Frage, wie lange geplant werden sollte. Ein Entnahme- oder Sequence-of-Returns-Rechner beantwortet anschließend die zweite Frage: ob das vorhandene Kapital diesen Zeitraum unter unterschiedlichen Kapitalmarktverläufen voraussichtlich tragen kann.
7. Wie rechnet der Lebenserwartungsrechner?
Ausgangspunkt sind die alters- und geschlechtsspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten der aktuellen deutschen Periodensterbetafel 2023/2025. Für jedes weitere Lebensjahr wird daraus berechnet, welcher Anteil der Vergleichsgruppe dieses Alter noch erreicht.
Der Startwert beträgt beim gewählten Auszahlungsalter 100 %. Von dort aus sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jedem weiteren Altersjahr entsprechend der verwendeten Sterbewahrscheinlichkeit.
Das Startjahr wird automatisch ermittelt
Dieses Kalenderjahr ist für den Nutzer nicht als eigenes Eingabefeld sichtbar. Es wird intern benötigt, damit die gewählte künftige Entwicklung der Lebenserwartung zeitlich passend berücksichtigt werden kann.
Berechnung der Zukunftsszenarien
Bei den Varianten mit steigender Lebenserwartung werden die heutigen Sterbewahrscheinlichkeiten schrittweise reduziert. Die Stärke dieser Anpassung nimmt bis zum Jahr 2070 zu und orientiert sich an den L1-, L2- und L3-Annahmen des Statistischen Bundesamts. Ab 2070 bleibt die im Modell erreichte Anpassung konstant.
Die 50-%-, 10-%- und 5-%-Marken werden dort bestimmt, wo die berechnete Überlebenskurve die jeweilige Wahrscheinlichkeit unterschreitet. Zwischen zwei vollen Altersjahren wird der Wert linear angenähert.
Für sehr hohe Altersstufen oberhalb von 100 Jahren werden die Sterbewahrscheinlichkeiten modelltechnisch aus dem Verlauf der vorherigen Altersjahre fortgeschrieben. Werte in diesem Bereich sollten deshalb besonders als statistische Orientierung und nicht als punktgenaue Prognose verstanden werden.
8. Welche Annahmen und Grenzen hat der Rechner?
Der Rechner arbeitet mit statistischen Bevölkerungsdaten. Er kennt deine persönliche Gesundheit, Vorerkrankungen, familiäre Vorgeschichte, deinen Lebensstil oder andere individuelle Einflussfaktoren nicht. Das ist bewusst so gewählt: Der Rechner ist ein Instrument für die finanzielle Planung, keine medizinische Prognose.
Auch die zukünftige Entwicklung der Lebenserwartung ist unbekannt. Die Szenarien zeigen deshalb unterschiedliche Modellannahmen und keine sicheren Vorhersagen. Medizinischer Fortschritt kann stärker oder schwächer ausfallen als angenommen; gleichzeitig können neue gesundheitliche, gesellschaftliche oder ökologische Faktoren die Sterblichkeit beeinflussen.
Die amtlichen Sterbetafeln unterscheiden zwischen Männern und Frauen. Weitere individuelle Merkmale werden im Rechner nicht berücksichtigt. Ebenso handelt es sich um eine Betrachtung für eine einzelne Person; die gemeinsame Lebensdauer von Paaren oder die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine von zwei Personen ein hohes Alter erreicht, wird nicht berechnet.
Hinweis: Bei der Erstellung des Rechners wurde KI verwendet.
9. Welche Datenbasis und Quellen verwendet der Rechner?
Die Basis des Rechners bilden amtliche Daten und Annahmen des Statistischen Bundesamts. Die Quellen sind nachfolgend direkt verlinkt, damit sich die verwendeten Grundlagen nachvollziehen lassen.
- Statistisches Bundesamt – Statistischer Bericht „Sterbetafeln 2023/2025“ Grundlage für die im Rechner hinterlegten alters- und geschlechtsspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten der deutschen Periodensterbetafel.
Statistischen Bericht öffnen - Statistisches Bundesamt – Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland Aktuelle Einordnung der Periodensterbetafel 2023/2025 sowie Angaben zur ferneren Lebenserwartung in höheren Altersstufen.
Destatis-Seite öffnen - Statistisches Bundesamt – Sterbetafeln und Lebenserwartung: Methodik Erläuterung von Sterbewahrscheinlichkeiten, Überlebenswahrscheinlichkeiten, Periodensterbetafeln und fernerer Lebenserwartung.
Methodenbeschreibung öffnen - Statistisches Bundesamt – Lebenserwartung einzelner Geburtsjahrgänge Hintergrund zu Kohortensterbetafeln und zur Frage, warum für heute lebende Jahrgänge Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Sterblichkeit erforderlich sind.
Kohortensterbetafeln öffnen - Statistisches Bundesamt – 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung Grundlage für die drei Richtungen „geringer“, „moderater“ und „starker“ Anstieg der Lebenserwartung, an denen sich die Zukunftsszenarien des Rechners orientieren.
Annahmen der 16. Bevölkerungsvorausberechnung öffnen
Stand der Quellen: 29.09.2026. Werden die amtlichen Sterbetafeln oder Vorausberechnungen aktualisiert, können sich daraus künftig auch Anpassungen an den Rechengrundlagen ergeben.
